Es gehörte einst zu den löblichen Gewohnheiten eines Tavernenwirts, dass er seinen Gästen nicht nur mit Speis und Trank, sondern auch mit Neuigkeiten und alten Geschichten aufwarten konnte. Alte Geschichten und damit angenehme Unterhaltung sollen Ihnen, lieber Gast, die folgende Geschichte unseres Hauses vermitteln.

1452 kam auf seiner Reise durch Deutschland, Böhmen und Polen Johann Capistrano, der Generalvikar der Franziskaner auch nach Amberg. Seine Predigt veranlasste den Amberger Eisenhändler Johann Pachmann zur Stiftung eines Minoretenklosters. Eine Wiese und reichlich Geld übergab der Stifter dem Orden. Amberger Bürger und auch der Landesherr unterstützten durch Spenden die Stiftung. Ablassbriefe verschiedener Bischöfe und Kardinäle brachten dem Kloster weitere Hilfen.

Am 11. April 1455 wurde durch Kurfürst Friedrich I. der Grundstein für den Klosterbau gelegt und 1464 wurde mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Wenn wir von Ambergs Kirchen, dem Rathaus, der Befestigung und einigen landesherrlichen Gebäuden absehen, dann gibt es kein Anwesen, das an Alter unserer Gaststätte gleichkommt.

 


Entsprechend der strengen Regeln der Observanten lebten die Amberger Franziskaner ausschließlich von milden Gaben. Nur ein Nahrungsmittel erzeugten Sie selbst, nämlich Bier, damals wie heute ein Grundnahrungsmittel. Ihr kleines Bräuhäuslein wird zwar erst 1555 erwähnt, doch tun wir den frommen Patres bestimmt nicht Unrecht, wenn wir Ihnen unterstellen, dass Sie Ihre Braustätte früher als die Kirche errichtet haben. Bier war schließlich täglich Brot. 1555 mussten auf Befehl des evangelischen Kurfürsten Friedrich die Patres das Kloster verlassen. Das Kloster wurde zum Pädagogium ausgebaut und im raschen Wechsel wurden evangelische und calvinische Lehrer abgelöst, nur das Brauhäuslein blieb davon ungerührt.

1625 kamen nach dem letzten von der Obrigkeit befohlenen Glaubenswechsel die Franziskaner wieder. Das Klosterbräustüberl erfreute sich jedenfalls in all der Zeit allgemeiner Beliebtheit. Das Refektorium diente oft als Festsaal den vornehmen Herren der Amberger Regierung. Frater Koch und Frater Bräu wussten in solchen Fällen Ehre einzulegen. Am 6. Oktober 1802 mussten die Minoriten im Zuge der Säkularisation ihr Kloster wiederum räumen. Die Kirche wurde Stadttheater, ins Kloster zog die Familie BRUCKMÜLLER ein, in den Mönchszellen wurde Knechte und Mägde untergebracht. Nur die gastliche Atmosphäre von Brauhaus und Gaststätte blieb unverändert.

 






1803 erwarb der Melber Thomas Bruckmüller und seine Ehefrau Magdalena den ehemaligen Klosterbesitz für 25.051 Gulden vom bayrischen Staat. Besonderen Wert legte er auf das Braugerät. Aus dem Klosterbräustüberl wurde die Taverne "Zum bayrischen König" Offiziell schrieb man Franziskanerbräu, doch inoffiziell hat sich der Name Bruckmüllerbrauerei immer mehr durchgesetzt. Wenn sechs Generationen sich auf einen Besitz ablösen, dann geht der Familienname eben auf das Haus über.

Wechselvoll wie die Geschichte unserer Oberpfälzer Heimat ist auch die Geschichte jener Familie Bruckmüller in diesen vielen Jahren. Da wurde der Besitz an drei Söhne aufgeteilt und der Großteil des Klosterkomplexes kam schließlich in andere Hände. Inzwischen wurde alles bis auf den Ostteil des Konventgebäudes, den seit 1871 die Casinogesellschaft besitzt, nach und nach wieder Besitz der Familie Bruckmüller. Nicht nur als Brauer und Gastwirte, auch als Viehhändler, Posthalter und Ökonomen betätigten sich die Besitzer. Diese große Gastronomische Vergangenheit begonnen von den Franziskaner vor über 300 Jahren und von 6 Generationen der Familie Bruckmüller, wird seit 1974 von der Familie Forster als Pächter der Brauereigaststätte fortgeführt.

Sie mit erstklassiger Gastronomie, bester und vielfältiger Leistung, zu verwöhnen ist und bleibt unser oberstes Ziel. Den Schwerpunkt auf hohe Qualität nicht nur der Oberpfälzer Küche mit heimischen Produkten der Landwirtschaft ist für uns das oberste Gebot. Unser Bemühen ist 1998 mit der Auszeichnung im Wettbewerb „ Bayrische Küche „ vom Staatministerium für Ernährung,- Landwirtschaft und Forsten bestätigt worden.

Von über Tausend teilnehmenden Betrieben, wurden wir, mit 65 anderen Gaststätten in ganz Bayern ausgezeichnet. Diese Auszeichnung ist für uns Verpflichtung, unser Bemühen um die heimische Gastronomie noch zu verstärken. Mit unserem Verpächter der Brauerei Bruckmüller zusammen werden wir versuchen auch in den nächsten Jahren sichtbare Zeichen zu setzen, um Ihnen lieber Gast den Aufenthalt in unserem Haus auch weiterhin, so angenehm wie möglich zu gestalten

Ihre Wirtsleute
Josef und Ingrid Forster

Ihre Brauerei Bruckmüller
Anton und Marianne Bruckmüller
Anton Bruckmüller jun.